Chronik des ESV

 

 

Der Eisenbahner-Sportverein Marktredwitz e.V. ist Rechtsnachfolger der 1925 gegründeten Reichsbahn-Kleinkaliber-Sportgemeinschaft Marktredwitz. E.V.. Leider ist aus der Zeit seit Gründung dieses Vereins bis zum Jahre 1949 so gut wie kein Aktenmaterial vorhanden. Dies ist durch die Wirren des Krieges und vor allem während der unsicheren Nachkriegsjahre gänzlich verschwunden. Alle hier bis zu diesem Zeitpunkt gemachten Angaben beruhen auf mündlicher Überlieferung. Auch konnte bis heute weder eine Chronik noch ein ähnliches Schriftstück vorgefunden werden. Erster Vorsitzender der Reichsbahn-Kleinkaliber-Sportgemeinschaft Marktredwitz e.V. war Inspektor Schallerer vom damaligen Reichsbahnbetriebsamt Marktredwitz Die Sportgemeinschaft pflegte zunächst vor allem das Schießen mit Kleinkaliberwaffen auf 50 Meter Entfernung. Ihr standen hierzu zehn Stände in den Anlagen der Schützengesellschaft Marktredwitz zur Verfügung. Unter der Leitung des zweiten 1. Vorsitzenden Gabriel Dexel, damals Personalbeamter beim Reichsbahnbetriebsamt Marktredwitz, nahm der Verein einen starken Aufschwung. Aufgrund seiner Funktion als Personalbeamter war es Gabriel Dexel möglich, fast sämtliche männliche Bedienstete im damaligen Bezirk des Betriebsamts Marktredwitz, dies war der Bereich von Marktredwitz bis Engelmannsreuth, von Wiesau bis Röslau, von Kemnath-Neustadt bis Stockau, die Nebenbahnstrecken Wiesau – Waldsassen, Wiesau – Bärnau, Neusorg – Fichtelberg Holenbrunn – Leupoldsdorf und Holenbrunn – Unterweißenbach (Selb), als Vereinsmitglieder zu gewinnen. Bedingt durch das große Einzugsgebiet wurde in Neusorg auf einem gepachteten Grundstück ein vereinseigener Schießstand mit Aufenthaltsräumen gebaut. Die Sportgemeinschaft hatte zu dieser Zeit ausgezeichnete Schützen. Bekannt laut mündlicher Überlieferung ist jedenfalls, dass bei den jährlichen Schießwettbewerben und Meisterschaften mit allen damaligen Reichsbahndirektionen stets Marktredwitzer Schützen in der Mannschaft der ‚Direktion Regensburg mit Erfolg teilnahmen. Neben dem Schießen wurde allmählich mehr und mehr das Wandern gepflegt. Das war auch mit einer der Gründe, warum die Unterkunftshütte Bärnhöhe gebaut wurde. Weshalb die Hütte gerade dort im Steinwald errichtet wurde, ist ausführlich in der „Chronik der Unterkunftshütte Bärnhöhe“ aus dem Jahre 1988 dargestellt, abgedruckt in der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Unterkunftshütte Bärnhöhe. Es sei hier nur kurz erwähnt, dass der im Jahre 1938 nach Passau versetzte Vorstand des Reichsbahnbetriebsamts Marktredwitz, H. Kessler, der Sportgemeinschaft einen größeren Posten Stammholz überließ. Der damals amtierende 1. Vorsitzende Gabriel Dexel beschloß zusammen mit mehreren begeisterten Wanderern eine Unterkunftshütte aufzustellen. Josef Schultes, ein passionierter Wanderer, glaubte, einen geeigneten Platz zu wissen. An einem schönen Frühlingstag zeigt er seinen Freunden Dexel, Baumgärtel und Jena die betreffende Stelle. Beeindruckt von der unberührten Natur und der herrlichen Aussicht auf die nördliche Oberpfalz mit Silberhütte, Flossenbürg, den Tillenberg bis hinein nach Böhmen wurde umgehend beschlossen, hier und nirgends sonst eine Unterkunftshütte zu bauen. Unverzüglich wurde mit den Kaufverhandlungen über eine Grundstücksfläche von etwa 1000 m² begonnen. Noch im Jahr 1938 konnte die Unterkunftshütte Bärnhöhe eingeweiht werden. Leider ist die wunderbare Aussicht nicht mehr gegeben. Der Grundstücksnachbar hat durch Anpflanzung das gesamte Sichtfeld Richtung Süden und Richtung Osten zunichte gemacht. Ein Erwerben des betreffenden Grundstücks zur Erhaltung der Aussicht scheiterte trotz mehrfacher Bemühungen an der Uneinsichtigkeit des Nachbarn. Mit dem Beginn und dem Andauern des Krieges wurde das Vereinsgeschehen sehr beeinträchtigt. Wer nicht eingezogen wurde oder als „Feldeisenbahner“ im Osten Europas eingesetzt war, hatte kaum viel Zeit, um sich dem Sport zu widmen. Das damalige Regime, die Partei, der Krieg und die Rüstung hatten stets Vorrang. Mit dem Ende des Krieges im Mai 1945 kam das Vereingeschehen gänzlich zum Erliegen. Mit Kriegsende wurden alle Schützenvereine und somit auch die Reichsbahn-Kleinkaliber-Sportgemeinschaft Marktredwitz e.V. durch die Besatzungsmacht politisch aufgelöst. Das Schützenhaus Neusorg und die Unterkunftshütte waren herrenlos. Noch während des Krieges wurde die Unterkunftshütte Bärnhöhe mit Flüchtlingen durch die Gemeindeverwaltung Friedenfels belegt. Der Schießstand in Neusorg wurde 1945 geplündert, zum Teil demoliert und ging in den Besitz der Reichsbahndirektion Regensburg über. Vorübergehend waren dort Flüchtlinge untergebracht. Im Frühjahr 1946 kündigte der Grundstücksbesitzer Philbert den Pachtvertrag über das Grundstück und erklärte sich gleichzeitig bereit, den Schießstand käuflich zu erwerben. Alle Unterlagen über Pacht und sonstigen Vereinbarungen zwischen der Sportgemeinschaft und Philbert waren verschwunden. Nach kurzen Verhandlungen zwischen dem Grundstücksbesitzer und der Reichsbahndirektion Regensburg ging der Schießstand nach Zahlung von 1200 Reichsmark am 2. September 1946 in den Besitz von Philbert über. Ende des Jahres 1948, das Verbot der Gründung von Schützenvereinen war aufgehoben, trafen sich die Mitglieder des Vorstandes der ehemaligen Sportgemeinschaft und erwägten die Wiederauflebung der Sportgemeinschaft. Schließlich war es Gabriel Dexel, der am 21. März 1949 zu einer Hauptversammlung in die Gaststätte „Zum Rathaus“ zum 24. März 1949 einlud. 35 Personen waren der Einladung gefolgt. Alle Erschienenen waren von der Idee angetan. Bei dieser ersten Versammlung nach dem Kriege wurde einstimmig beschlossen, die bisherige Reichsbahn-Kleinkaliber-Sportgemeinschaft in „Reichsbahn-Sportgemeinschaft Marktredwitz e.V.“ umzubenennen. Gleichzeitig wurde das Vermögen der Kleinkaliber-Sportgemeinschaft in Höhe von 3367,85 Reichsmark sowie das Grundstück, Plan-Nr 11 Bärnhöhe mit der Unterkunftshütte der neuen Reichsbahn-Sportgemeinschaft übertragen. Alle bei dieser Versammlung anwesenden Mitglieder kannten diesen Beschluss unterschriftlich an. Bei dieser Gründungsversammlung am 24. März 1949 wurde Franz Wöhrl zum 1. Vorsitzenden gewählt. Am 28. März 1949 wurde die Lizenzierung des neuen Vereins beim Landratsamt Wunsiedel beantragt. Beim Amtsgericht Waldsassen wurde angefragt, ob ein Sperrvermerk über das Grundstück mit der Unterkunftshütte Bärnhöhe existiere. Daraufhin teilte das Amtsgericht mit, dass zwar kein Sperrvermerk eingetragen sei, aber jeder Nachweis fehle, dass die Reichsbahn-Sportgemeinschaft rechtlicher Nachfolger der Reichsbahn-Kleinkaliber-Sportgemeinschaft sei. Erst nach längerem Schriftwechsel und nach Änderung des Vereinsregisters durch das Notariat Wunsiedel kannte schließlich das Amtsgericht Waldsassen die Namensänderung an. Somit waren endlich die Besitzverhältnisse geklärt. Zu erwähnen wäre noch, dass zu der damaligen zeit für die Vereinsgründung eine Lizenz erforderlich war. Auch wurde Besitz und Eigentum nur als solches anerkannt, wenn kein Sperrvermerk beim Amtsgericht vorlag. Trotz mehrerer Kündigungsschreiben war der Mieter der Unterkunftshütte nicht zu bewegen, die Hütte zu räumen. Er wohnte dort seit seiner Einweisung mietfrei. Erst durch Gerichtsbeschluss mit Androhung einer Zwangsräumung konnte am 1. Februar 1950 das Haus wieder vom ‚Verein übernommen werden. Die Hütte war zu diesem Zeitpunkt in einem desolaten Zustand und musste von Grund auf erneuert werden. Bei der Jahreshauptversammlung am 16. Februar 1951 wurde beschlossen, die Reichsbahn-Sportgemeinschaft Marktredwitz e.V. in „Eisenbahner-Sportverein Marktredwitz e.V.“ umzubenennen. Dieser Beschluss wurde einstimmig aufgrund der Empfehlung des Hauptvorstandes in Frankfurt gefasst, wonach sich alle Sportvereine der Eisenbahn „Eisenbahner-Sportvereine“ nennen sollten. Das Vereinsgeschehen lebte nun kontinuierlich wieder auf. Die Sportarten Luftgewehrschießen, Skilanglauf und natürlich Wandern wurden rege betrieben. Nachdem ja der Schießstand mit Aufenthaltsraum in Neusorg nicht mehr zur Verfügung stand, suchte die Vorstandschaft nun nach einem geeigneten Grundstück für einen Schießstand mit Sportheim. Durch die einsetzende steigende Entwicklung auf dem Verkehrssektor war es leider nicht möglich, ein geeignetes Objekt auf Bahngrund zu bekommen. Der vorhandene Schriftwechsel mit Betriebsamt und Direktion belegen die Bemühungen der Vereinsführung. Immer mehr Unternehmen versuchten in der Nähe von Gleisanlagen Lagerplätze zu mieten. Für den Sportverein gab es daher so gut wie keine Alternativen. Auf der Nordseite des Bahnhofs Marktredwitz, am ehemaligen „Kastnergleis“ an der Thölauer Straße standen die so genannten Bahnschutzbaracken. Dort waren seit Kriegsende bis 1956 Flüchtlinge, meist Eisenbahner aus dem Osten, untergebracht. Es gelang dem Verein, eine der Baracken zu mieten, die als Ersatz für ein Sportheim hergerichtet wurde. So konnte ein Schießstand für Luftgewehre, ein kleiner Tischtennisraum und ein Aufenthaltsraum eingerichtet werden. Die Baracke bekam im Laufe der Zeit den Namen „Sportheim“. Aus sportlicher Sicht ist festzuhalten, dass neben dem „Sportheim an der Thölauer Straße auch in Wunsiedel, Arzberg und Wiesau Tischtennisplatten für die Vereinsmitglieder zur Verfügung standen. Im „Sportheim“ selbst wurden regelmäßig Vereinsmeisterschaften im Luftgewehrschießen, Wettkämpfe im Tischtennis durchgeführt und auch in Wiesau fanden Meisterschaften im Tischtennis statt. Einen besonderen Rang nahm das Wandern ein. In den Sommermonaten wurden an mehreren Sonntagen im Jahr Wanderungen, hauptsächlich im Steinwald und im Fichtelgebirge, durchgeführt. Zu den Ausgangspunkten der Wanderungen fuhr man mit dem Zug oder Bus. Wanderrouten waren: Marktredwitz – Bärnhöhe, Neusorg/Waldershof – Bärnhöhe, Silberhaus – Marktredwitz, Kirchenlamitz – Kornberg – Marktleuthen, Weißenstadt – Waldstein – Kirchenlamitz, Leupoldsdorf – Seehaus – Fichtelberg, Waldershof – Marktredwitzer Haus – Pechbrunn, Windischeschenbach – Friedenfels – Bärnhöhe, um nur einige zu nennen. Da es noch keinen Individualverkehr gab, wie man ihn heute kennt, waren alle Teilnehmer auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen, was mit Sicherheit der Gemeinschaft dienlich war. Im Jahre 1953 wurde die Unterkunftshütte Bärnhöhe an die öffentliche Stromversorgung angeschlossen. Bis dahin standen für die Beleuchtung nur Petroleumlampen und Kerzen zur Verfügung. Das Gebrauchswasser musste nach wie vor aus einer provisorisch gefassten Quelle im Wald oder beim Nachbarn Tretter geholt werden. Ab dem Jahre 1957 besucht jährlich eine Gruppe des Eisenbahner-Sportvereins Marktredwitz eine Veranstaltung auf der Naturbühne Luisenburg. Die betreffende Aufführung, meist ein klassisches Stück, wird jeweils bei der Jahreshauptversammlung ausgewählt. 1957 erwarb der Verein eine 2000 m² große angrenzende Grundstücksfläche südlich der Unterkunftshütte Bärnhöhe, die durch den Nachbarn ohne Genehmigung angepflanzt worden war. Auf diese Weise konnte wenigstens eine geringe Aussicht und eine Spielweise erhalten werden. Mit einer Urkunde vom 11. November 1963 ging die Unterkunftshütte Bärnhöhe auf Antrag des 1. Vorsitzenden Franz Wöhrl mit der Fläche von 1028 m², Plan-N. 11 Bärnhöhe, als Schenkung an die Deutsche Bundesbahn. Das Flur-Stück Plan-Nr 12/3, 2000 m², bleibt im Besitz des Eisenbahner-Sportvereins Marktredwitz e.V.. Warum und aus welchen Gründen der damalige Vorsitzende diese Schenkung veranlasste und vorantrieb, kann nicht nachvollzogen werden. Eine Rückführung in das Eigentum des Eisenbahner-Sportvereins Marktredwitz e.V. ist bis jetzt nicht gelungen. Im Jahre 1966 wurde auf Antrag bei der Jahreshauptversammlung eine Kegelgruppe gegründet. Gekegelt wird seitdem in Marktredwitz, Fuchsmühl und Wiesau. Vereinsmeisterschaften fanden bereits mehrmals statt. Die Mieten für die Kegelbahnen trägt der Sportverein. 1979 gestattete die damalige Generalvertretung Hof der Firma Klöckner, an der Thölauer Straße ein Heizöllager zu bauen. Dieser Baumaßnahme musste das „Sportheim“ des Eisenbahner-Sportvereins unweigerlich weichen. Dadurch waren die Tage des Luftgewehrschießstandes und des Tischtennisraumes gezählt. Für den Sportverein, insbesondere für die Schützen und für die Tischtennisspieler war die ein herber Rückschlag. Dem Verein blieb nichts anderes übrig, als sein gutes altes „Sportheim“ ersatzlos aufzugeben. Trotz intensiver Bemühungen seitens des Vereins konnte die Bundesbahn keine Alternative anbieten. Es war auch nicht möglich, im Raum Marktredwitz einen entsprechenden Ersatz zu finden und zu beschaffen. Die Schützen müssen seitdem für ihren Sport auf die Schützenvereine in Marktredwitz und Neusorg ausweichen. Ähnlich ging es den Tischtennisspielern. Tischtennis musste in Marktredwitz eingestellt werden. Durch die Auflassung des Stückgutverkehrs und die Schließung der Güterhallen, wo die Tischtennisplatten aufgestellt waren, musste auch das Tischtennisspielen in Wiesau, Arzberg und Wunsiedel eingestellt werden. Erfreuliche Entwicklung nahm der Wintersport, insbesondere der Langlauf. In dieser Disziplin wurde der Eisenbahner-Sportverein Marktredwitz bundesweit bekannt. Es erscheint angebracht, die betreffenden Langläufer namentlich festzuhalten, stellten sie doch mit Hans Söllner, Heinrich Brunner, Josef Geuder und Manfred Fischer unter anderem den Deutschen Vizemeister in 4x10 km Staffel im Jahr 1985. Auch in Einzelwettbewerben standen die Genannten ihren Mann und nicht selten auf dem Treppchen. Der Eisenbahner-Sportverein fährt seit 1979 alle Jahre für eine Woche zum Bergwandern nach Südtirol. Diese so genannten Südtiroler Wandertage wurden von unserem Sportkameraden und Wanderwart Hans Meister ins Leben gerufen. Die ersten Fahrten hat Meister nicht nur selbst geplant, sondern auch vor Ort die einzelnen Wanderungen geführt. Außerdem hat er mit dem Verein Städtefahrten nach Paris, London, Brüssel, Helsinki, Rom, Wien, Budapest, um nur einige zu nennen, organisiert und begleitet. Ein weiterer Wanderwart sollte erwähnte werden, Manfred Winhard. Selbst ein begeisterter Wanderer, plant, organisiert er Kurzurlaube, wie ins Elbsandsteingebirge, Tschechien sowie Wanderungen ins Grenzgebiet ins Böhmische. Hinzukommen die jährlichen Frühjahrs- und Herbstwanderungen, die mit Mitgliedern und Angehörigen des Vereins im Raum Steinwald, Fichtelgebirge und nördliche Oberpfalz stattfinden. Am 17. Juni 1988, ein Feiertag, der Tag der Deutschen Einheit, konnte der Eisenbahner-Sportverein Marktredwitz e.V. das 50-jährige Bestehen der Unterkunftshütte Bärnhöhe begehen. Es war ein gelungenes Fest bei schönem Wetter und einer unerwartet großen Anzahl von Festbesuchern. Seit einigen Jahren sprudelte die Wasserquelle, insbesondere in den Sommermonaten, immer spärlicher. Es wurde beschlossen, im eigenen Grundstück nach Wasser zu bohren. Nach einigen vergeblichen Versuchen war es schließlich eine tschechische Bohrfirma, die in 27,5 m Tiefe in der Nähe der östlichen Grundstücksgrenze fündig wurde. Ab Herbst 1989 wurde das Gebrauchswasser dem neuen Brunnen entnommen. Nun konnte auch nach Inbetriebnahme der Pumpenanlage mit Druckbehälter die Wasserleitung in Küche und Bad installiert werden. Ein neues WC konnte eingerichtet werden, was eine bis dahin schier unerreichbare Sache war. Gleichzeitig mit der Installation des fließenden Wassers wurde die Unterkunftshütte renoviert, Küche und Flur neu gefließt, eine ganz neue Küche mit Herd eingebaut sowie die Terrasse um mehr als die doppelte Fläche vergrößert. Am 17. Juni 1990 erhielt der Sportverein Besuch vom Bahnhof Greiz aus Thüringen. Dies war der erste Besuch einer Gruppe aus den neuen Ländern nach der Wiedervereinigung. Die Brunnenbohrung hatte der Verein vorangetrieben, um endlich fließendes Wasser zu bekommen, nachdem die Gemeinde immer wieder versichert hatte, einen Termin für einen Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung nicht nennen zu können. 1994 wurde dem Verein plötzlich mitgeteilt, dass der Wasseranschluss für alle Anwesen im Bereich der Bärnhöhe beschlossen sei. Also musste auch die Unterkunftshütte an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen werden. 1996 traf dem Anwesen Unterkunftshütte Bärnhöhe ein bis dahin nicht dagewesenes Unheil. Das ganze Umfeld der Hütte wurde nämlich von einer Horde Wildschweinen völlig verwüstet. Die Liegewiese glich einem Feld. Die gesamte Grünfläche musste umgepflügt, neu angelegt und Grassamen ausgesät werden. Was die Belegung der Hütte angelangt, so muss unbedingt erwähnt werden, dass in den Jahren ab 1950 bis etwa 1960 Urlaubsbuchungen aufgrund der vielen Nachfragen nur für eine Dauer von sieben Tagen genehmigt wurden. Außerdem war ein Übernachtungsausweis nötig. Der Übernachtungspreis betrug 0,25 DM pro Nacht.  Der Mitgliedsbeitrag betrug 1950 DM 0,30, wurde 1960 auf DM 0,50 und 1968 auf DM 1,00 angehoben. Zu bemerken wäre noch, dass zu dieser zeit die Kursgebühr für einen Skilehrgang in Oberbayern oder Tirol pro Woche 37,00 DM kostete. Mitgliederbewegung: Wie viele Mitglieder die Eisenbahner-Kleinkaliber-Sportgemeinschaft hatte, konnte nicht mehr in Erfahrung gebracht werden. Auch ist eine Mitgliederzahl der Eisenbahner-Sportgemeinschaft seit der Widergründung des Vereins im März 1949 nicht bekannt. Fest steht nur, dass 35 Mitglieder bei der Widergründung anwesend waren. Von 1950 bis 1970 betrug die Zahl der Mitglieder im Durchschnitt 220. Mit 303 war der Mitgliederstand im Jahre 1976 am höchsten. Seit 1980 nimmt die Mitgliederzahl, bedingt durch die Altersstruktur, ständig ab. Durch die Umwandlung der Deutschen Bundesbahn in Aktiengesellschaften mit gleichzeitiger Auflösung von Ämtern und Dienststellen in unserem Einzugsbereich werden nun schon seit Jahren keine Mitarbeiter mehr eingestellt. Dadurch verändert sich unweigerlich die Altersstruktur der Vereinsmitglieder. Aus diesem Grund nimmt auch das Wandern als Hauptsportart des Vereins vermehrt zu. Hinzukommt, dass durch Auflassung des „Sportheims“ in Marktredwitz die Unterkunftshütte Bärnhöhe zunehmend in den Mittelpunkt des Vereingeschehens rückte. An dieser Stelle erscheint es angebracht, all jenen ein herzliches Vergelts´ Gott zu sagen, die sich seit dem Bestehen unserer Unterkunftshütte Bärnhöhe uneigennützig und eifrig für die laufende Unterhaltung der Hütte eingesetzt und bemüht haben. Es soll auch kein Geheimnis bleiben, dass der Eisenbahner-Sportverein seit der Gründung im Jahre 1925 bis heute von der gesamten Vorstandschaft stets ehrenamtlich geführt worden ist. Gleiches gilt auch für alle Unterhaltungs- und Erneuerungsarbeiten der Unterkunftshütte. Möge der Eisenbahner-Sportverein Marktredwitz e.V. auch in Zukunft immer Mitglieder in seinen Reihen haben, die sich freiwillig und selbstlos für seine Belange einsetzen, die ein Verein für seinen Weg durch die Zeit benötigt.

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© Bernhard Schultes